Kapelle Maria Mutter Europas Gnadenweiler

12 Sterne-Kurier Nr. 77/Weihnachten 2020

Auch in Zukunft wird es den 12 Sterne-Kurier geben, denn das Projekt „Maria Mutter Europas“ entwickelt sich weiter.

Weihnachten 2020

Das neue Kirchenjahr hat am 29. November begonnen und niemand wird ernsthaft bestreiten, dass ein ungewöhnliches, forderndes Jahr hinter uns liegt. Die Kontaktbeschränkungen haben gewohnte und erprobte Rituale des kirchlichen Lebens teilweise oder ganz blockiert. Zugleich hat das aber auch den Blick für die häuslichen Formen des Glaubens geöffnet, die sich auf vielfältige Weise praktizieren lässt. Da wären zum Beispiel das Adventssingen im engen Familienkreis, aber auch Möglichkeiten, die sich über das gesamte Jahr erstrecken. Ja, es gibt die Tischgebete und die Nachtgebete, es gibt den Angelus am Mittag und selbstverständlich auch den Rosenkranz, der in der Gebetsgemeinschaft Maria Mutter Europas im Mittelpunkt steht. Wir möchten aber auch das Stundengebet in Erinnerung rufen.

„Sieben mal am Tag will ich Dein Lob singen“,…

…lautet das bekannte Psalm-Zitat dazu. Die Tagesgebete sollen nach dem Willen des Zweiten Vatikanums in der gesamten Kirche gebetet werden. Das Katholische Pressebund hat sich dieses Gotteswortschatzes angenommen und mit Hilfe digitaler Technologien eine App entwickelt, die für uns über das ganze Jahr die strukturierende Tageszeitenliturgie bereit hält, die uns an die Gebetszeiten erinnert und die uns auch manch beschwerliche Umstände mit den gedruckten Gebetsbüchern erspart. Das Stundengebet zu pflegen wird somit einfacher. Infos und Download-Links finden sich auf www.stundengebet.de.

Weihnachtsfreude

P. Notker erinnert in der Advents- und Weihnachtszeit auch an die Tradition der Lieder und Krippen. Er schreibt dazu: „Was wäre Weihnachten ohne ‚Stille Nacht, heilige Nacht‘ und ‚O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit‘? Zum festen Brauch in unserer Region gehört auch die Aufstellung einer Krippe, um so die Geburt des Erlösers in unserer Welt, in unserem Fleisch bildhaft darzustellen. Dieser Brauch geht auf den heiligen Franziskus von Assisi zurück. Er stellte die Weihnachtsgeschichte nachweislich erstmals im Jahre 1223 mit lebenden Personen und Tieren nach. Als Schauplatz wählte er eine Futterkrippe in einem Wald in der Nähe des Klosters Greccio. Er nutzte die anschauliche Szenerie, um Gläubigen, die nicht lesen konnten, das Weihnachtsevangelium des Lukas in Bildem nahe zu bringen“. Das Weihnachtsgeschehen für alle lesbar in die ganz persönliche Umgebung hineinzutragen, gehörte also schon immer zur Praxis der Krippen. „Jesus will in die Welt kommen, in unser Leben. Jeder von uns sollte sich eine Krippe in seinem Herzen bauen. ‚Und wäre Christus 1000mal geboren in Bethlehem und nicht in dir: Du bliebest alle Ewigkeit verloren‘ (Angelus Silesius). Anders ausgedrückt: Der Stall, in dem Jesus zur Welt kommt, sind wir. Im Evangelium heißt es: Maria legte ihr Kind in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. Dein Herz, mein Herz, ist die eigentliche Herberge für Gott.‘

P. Notker kehrt zurück nach Beuron

Vor sechseinhalb Jahren hat P. Notker seinen Dienst als Spiritual im Kloster Engelthal aufgenommen. Zum (kalendarischen) Jahreswechsel wird er nun dieses Amt in andere Hände übergeben und in seine Heimatabtei nach Beuron zurückkehren. Diese Entscheidung bettet er ganz ins Weihnachtsgeschehen ein: „Vater Erzabt Tutilo Burger hat mich nach sechseinhalb Jahren von Engelthal nach Beuron zurück berufen. Ich will einfach mit den Engeln singen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen seines Wohlgefallens. Das Christkind mit Maria und Josef segne Euch alle im neuen Jahr 2021“.
Auch aus unseren anderen 12 Sterne-Gebetsorten gibt es Neuigkeiten zu berichten. Auch dies wollen wir in die weihnachtliche Freude einbinden, denn es ist alles Zeichen der Ankunft und Entwicklung der Gebetsgemeinschaft Maria Mutter Europas.

Charkiv/Luzern: Corona zwischen Fluch und Segen

Die Covid 19-Pandemie nimmt Einfluss auf unser Leben. Für alle Infizierten und ihre Nächsten bedeutet das Angst und Leid, für die Länder und Völker in Europa Uneinigkeit. Vielleicht besteht aber gerade durch einen Gebetsverbund wie Maria Mutter Europas die Chance, bei aller Unterschiedlichkeit, den Gefahren und fehlenden Möglichkeiten zur Begegnung, im Gebet Einheit zu ermöglichen und zu demonstrieren. Pfarrer Franz Ptzal, unser Brückenbauer in die Ukraine, hat sich intensiver damit auseinander gesetzt und die Situation mit „Trotzdem – Chancen durch Corona“ überschrieben.
In unserer Partnerkirche Maria Hilf in Luzern befindet sich neben der neuen Maria Mutter Europas auch ein Bildnis einer Himmelskönigin, das dort ausdrücklich als „Maria Corona“ gepflegt wird. Aus denkmalschützerischen Gründen ist sie nur schwer zugänglch, aber wir wollen sie mit einem Foto und der Fürbitte in Zeiten der Pandemie von Pfarrer Franz Pitzal verbinden:

Beten wir für alle Menschen, die am Corona-Virus erkrankt sind, für alle, die Angst haben vor einer INfektion, für alle, die sich nciht frei bewegen können, für Ärztinnen und Ärzte, für Pflegerinnen und Pfleger, die sich um die Kranken kümmern, für die Forschenden, die nach Schutz-. und Heilmitteln suchen, für die Priester, die versuchen, den Kranken Sakramente spenden zu können. Gott, erhalte unserer Welt in dieser Krise deinen Segen: Wir bitten Dich, erhöre uns. Allmächtiger Gott, Du bist uns Zuflucht und Stärke, viele Generationen vor uns haben Dich als mächtig erfahren, als Helfer in allen Nöten. Steh allen bei, die von dieser Krise betroffen sind und stärke in uns den Glauben, dass Du dich um jede und jeden von uns sorgst. Amen

Zusammenspiel mit der Gottesmutter von Opole

Die Gottesmutter von Opole steht zwar nicht ganz in so direktem Zusammenhang mit der Corona-Pandemie wie das Bildnis in Luzern, aber: sie wird seit jeher in Zeiten von Seuchen angerufen und wurde in der frühen Neuzeit sogar „exportiert“, um den Menschen in Prozessionen und Wallfahrten Halt und Hoffnung zu geben. Dompfarrer Klinger und sein Pastoralteam sind aktuell dabei, die Wallfahrt nach Opole zukünftig auch in Maria Mutter Europas einzubetten. Die Pfarrei hat bereits einen eigenen Flyer über „Maryja Matka Europy“ herausgegeben, der in polnischer Sprache den Besuchern der Kathedrale von Opole den Gebetsverbund näherbringt, seine Standorte vorstellt und an den Einsatz des heiligen Papst Johannes Paul II. für die Kirche in Europa würdigt. Ebenso beabsichtigt die Pfarrei eine Übersetzung unseres Buches „Maria Mutter Europas. 12 Sterne für den Frieden“ ins Polnische. Begünstigt wird das Vorhaben durch den Umstand, dass Dompfarrer Klinger zugleich Leiter des Diözesan-Verlags von Opole ist und sich so weitere Perspektiven für eine Zusammenarbeit ergeben können. Wir wünschen us, dass das auf je eigene Art mit allen unseren verbundenen Marienheiligtümern möglich wird.

Wie geht es weiter mit dem 12 Sterne-Kurier?

Sie haben es gemerkt: dieser und der letzte Brief waren je acht Seiten lang. Hatte es dieses Jahr noch den Grund, dass wir im Sommer zwei Monate pausiert haben, so hat es uns auch die Einsicht gebracht, dass ein achtseitiger Brief mehr Möglichkeiten bietet, das Gotteslob und die Verehrung Marias unter die Menschen zu bringen und die Gebetsgemeinschaft zu stärken. Die Redaktion hat deshalb entschieden, in Zukunft nur noch alle zwei Monate einen 12 Sterne-Kurier zu drucken, diesen im Gegenzug aber acht Seiten lang zu machen. Da ein Weihnachtsbrief bestimmt im Sinne aller ist, wird der 12 Sterne-Kurier voraussichtlich in den geraden Monaten erscheinen. Abweichungen – insbesondere zu Ostern – sind dabei möglich. Der nächste 12 Sterne-Kurier wird also im Februar 2021 erscheinen.

In Jesus + Maria + Josef
Ihr/Euer P. Notker OSB