Bischofshaus Reykjavik

4 Reykjavik (IS)

Maria Mutter Europas: Nordlicht des alten Kontinents

Mit der Hauskapelle im bischöflichen Ordinariat von Reykjavik kommt nicht nur das vierte Heiligtum in die Gebetsgemeinschaft, sondern auch bereits das dritte, das den Weihetitel Maria Mutter Europas trägt. Auch wenn es nicht die nördlichste Kirche Europas ist (die liegt in Grönland), so ist sie doch das Nordlicht Mariens im hohen Norden.

Die isländisch-katholische Kirche

Auf Island gibt es insgesamt nur rund 13.000 Katholiken, die knapp vier Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. Katholisch sein bedeutet hier also in der Minderheit sein. Und die Mehrheit dieser Minderheit stammt ursprünglich nicht von Island, sondern stammt von Einwanderern aus Polen, Litauen oder den Philippinen, was ganz eigene Chancen und Herausforderungen mit sich bringt. Das Bistum, welches das ganze Land umfasst, wurde erst 1968 errichtet. Das Bistum zählt keine 20 Priester aus verschiedenen Ländern, welche besonders ihren Landsleuten pastoral beistehen, dazu kommen noch 37 Ordensschwestern. Die Beziehungen zu den Behörden und zur evangelisch-lutherischen Staatskirche (vom dänischen König in der Reformationszeit dekretiert) sind gut.

Im Zeichen des Erlöserkreuzes

Nach dem Eintritt von Rabinina und Gibraltar in den Gebetsverbund Maria Mutter Europas entstand durch diesen „Längsbalken“ das Bild, das erlösende Kreuz bildlich über ganz Europa zu legen. Den “Querbalken des Erlösenden Kreuzes Jesu” über Europa legen. Nach einer ersten Kontaktaufnahm lud der isländische Bischof Pierre Bürcher, ein Schweizer, eine Delegation um P. Notker nach Reykjavik ein.

Im Bischofshaus von Reykjavik

Das bischöfliche Haus besteht aus drei Teilen, die mit zwei Glasgängen verbunden sind. In einem dieser Glasgänge befindet sich die bischöfliche Hauskapelle. Die Erweiterung der Gebetsgemeinschaft besiegelte Bischof Bürcher mit den Worten: „Auch meinerseits bin ich jetzt zur Überzeugung gekommen…, dass Island dieses marianische und gnadenvolle Projekt mit Hoffnung und Liebe zu unterstützen hat. Fiat!“ Am 12. Dezember 2009 vollzog Bischof Pierre den Eintritt, indem er die Hauskapelle des bischöflichen Hauses auf den Titel „Maria Mutter Europas“ weihte.

Die rote Reykjavik-Madonna

Nach der Weihe wurde die ursprünglich dort befindliche Replik einer Einsiedler Madonna durch eine Maria Mutter Europas ersetzt. In Haltung und Farbgebung selbst im Ziermuster bäuerlicher Barock, vermutlich aus dem frühen 18. Jahrhundert. Das Kind ist nackt, es hat sich um unseres Heiles willen entblößt. Das Ornat der Gottesmutter ist oben in der Kunstsprache Blau, Jesu Göttlichkeit und Marias Gottesmutterschaft darstellend, darüber das Rot der Inkarnation, alles in Gold umfangen. All diese marianische Farbsymbolik gilt auch im übertragenen Sinne für die Kirche, sie schart sich um Maria, um Jesus näher zu sein.