Europa-Rosenkranz

12 Sterne-Kurier Nr. 61/Februar 2019

Liebe Betende für ein christliches Europa,
Am 14. Februar ist der Valentinstag, bekanntlich einer der Gedenktage, der von Liebespaaren zwar gebührlich gefeiert wird – aber häufig ohne seine christlichen Vorzeichen.

Dieser Feiertag geht dabei in vorchristlicher Zeit auch auf die Göttin Juno zurück, zu deren Ehre Liebende Blumen niederlegten. Dass Valentin für seine Segnungen von Ehepaaren, die zum Glauben gefunden haben, das Martyrium erleiden musste, ist heute kaum mehr bekannt. Und noch schlimmer: wir wissen nicht einmal, ob es einen der zwei Valentin (von Rom und Terni) gab. Man könnte es aber auch positiv sehen: Menschen schenken sich an diesem Tag Blumen, um das größte zu feiern, was Gott uns geschenkt hat: die Liebe.

Kyrill und Method, Patrone Europas

Kyrill und Method (li.)
Als Betende für ein christliches Europa sehen wir das mit einem lachenden und einem weindenden Auge, denn im Blumemeer des 14. Februar geht noch mehr vergessen, dass es auch der Gedenktag von Kyrill und Method ist, der beiden leiblichen Brüder unter den sechs Patronen Europas. Der heilige Johannes Paul II. erhob die Slawenapostel genannten Heiligen aus Saloniki zu Patronen Europas. Sie stehen mit ihrem Leben im 10. Jahrhundert gleichermaßen für die Einheit der Christenheit in Europa sowie für die Ursprünge der erst im Zweiten Vatikanuum fixierten Inkulturation, schließlich haben sie die ersten Übersetzungen und Kyrill auch das nach ihm benannte Alphabet entwickelt, so dass der christliche Glaube in der Sprache und den Lebensgewohnheiten der Gläubigen vermittelt werden konnte. Da ihr Wirken aber nicht überall gewünscht war – absurderweise unter anderem bei den „Europasöhnen“ des heiligen Benedikt – stehen sie auch für innerkirchliche Konflikte, die bis heute nicht nur in den Abspaltungen, sondern auch in internen Diskussionen zum Ausdruck kommen, wie jüngst die Auseinandersetzung zwischen Kardinal Marx und Bischof Vorderholzer zeigte. Pater Notker schreibt hierzu:

Maria Mutter Europas Gnadenweiler

„Christliches Abendland“

Unsere kleine Zeitschrift „12-Sterne-Kurier“, die Gebetsgemeinschaft „Maria Mutter Europas“, all unser Beten und Tun kämpft um den Erhalt der „christlichen Seele“ in einem „christlichen Abendland“. So nehme ich gerne den Text auf, den mir „Vatican News“ als Hilfe dazu bot: „Der Regensburger Bischof Rudolf Vorderholzer widersprach Kardinal Reinhard Marx: Die Seele Europas sei das Christentum und deshalb sei es historisch exakt und verantwortbar, vom „christlichen Abendland“ zu sprechen. So Vorderholzer, dem ich mich absolut anschließe. In der gegenwärtigen politischen Lage (ohne die Einzelheiten auszuführen, die wir ja alle kennen) stelle sich die Frage nach den Wurzeln und der ldentität Europas“, an der jede Gestaltung seiner Zukunft wird anknüpfen miissen“. Bei Europa handele es sich nicht um „eine geographische oder wirtschaftliche Größe.“

Vorderholzer mahnte daher, man dürfe die Deutungshoheit nicht anderen überlassen. Die Begegnung zwischen dem griechischen und römischen Erbe der Antike und dem Christentum habe Europa geschaffen und bleibe die Grundlage dessen, was man mit Recht Europa nennen könne.

„Europas muss innere Schwäche überwinden“

Zum europäischen Fundament gehöre auch der Sonntag als „Urfeiertag Europas“. Er sei weit über kirchliche Anliegen hinaus ein „Kulturgut höchsten Ranges“ und als solches schützenswert gegenüber allen Vereinnahmungs-Versuchen durch die Wirtschaft. Eine „Gefährdung des christlichen Abendlandes“ durch den Islam, so Vorderholzer, sei nicht einfach von der Hand zu weisen. Die größte Gefahr stelle jedoch seine innere Schwäche dar, die es deshalb überwinden müsse. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hatte dagegen vergangene Woche geäußert, er halte von dem Begriff nicht viel, da er vor allem „ausgrenzend“ sei und die große Herausforderung, in Europa dafür zu sorgen, dass verschiedene Religionen mit jeweils eigenen Wahrheitsansprüchen friedlich zusammenleben, verkenne.

Hintergrund

Im deutschen Sprachraum wird seit Monaten heftig über den Begriff christliches Abendland gestritten. In der „Tagespost“ wirft der katholische Publizist Marco Gallina Kardinal Marx vor, er verkaufe das „Erbrecht der katholischen Kirche“ und das Erbe von anderthalb Jahrtausenden aus opportunistischen Gründen an den Zeitgeist. Auch der Theologe Manfred Becker-Huberti habe in einem offiziellen Internetauftritt der katholischen Kirche von einem „Kampf- und Ausgrenzungsbegriff“ gesprochen. Der katholische Priesterkreis „Communio veritatis“, Paderborn, hatte Kardinal Marx sogar zum Rücktritt vom Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz aufgefordert und ihm vorgeworfen, dass er während eines Besuches am Jerusalemer Tempelberg im Oktober 2016 „das Kreuz des Herrn in skandalösem Verrat“ abgelegt habe.
(Vatican News – pm/diverse -ck, 18. Januar 2019, 10.59)

Europa ist eine Wertegemeinschaft in Jesus Christus, in der Bibel und ihrer Weisung, versammelt wie im Abendmahlsaal beim Pfingstfeste um Maria im Heiligen Geiste, ist keine bloße Wirtschafts-Einheit und darf nicht zu „Eurasien oder gar Eurabien“ werden. Europa wach endlich wieder auf aus deinem Schlafe und bete und wirke zur Ehre Gottes, des Dreifaltigen.

In Jesus + Maria und Josef
Ihr/Euer P. Notker OSB