Selige Ulrika von Hegne

Altargrab mit den Reliquien der seligen Ulrika von Hegne
Altargrab
Eng verbunden mit der Wallfahrtskapelle ist die Verehrung der Seligen Ulrika Nisch von Hegne.

Anlässlich der Weihe wurde dem Altar eine Reliquie der Kreuzschwester beigegeben. Auch zum Kloster Beuron besteht eine intensive Verbindung, da Erzabt Theodor Hogg das Seligsprechungsverfahren als Vizepostulator begleitet hat. Das Zeugnis der Seligen Ulrika kann man „theresianisch“ nennen.

Ulrika Nisch (Mitte) zwischen Kochlehrtöchtern
Ulrika Nisch zwischen Kochlehrtöchtern
Ihr Weg war einer, den die „kleine“ Theresia, die Heilige Theresia von Lisieux, den „kleinen Weg“ nannte. Unspektakulär, einfach, anspruchslos und vor allem im Verborgenen (so wie Christus die ersten 30 Jahre verborgen gelebt hat). Sie steht auch für eine Botschaft, die uns zuerst die „große“ Theresia, die Heilige Theresia von Avila nahe brachte: „Gott ist auch zwischen den Kochtöpfen“.

„Es geht dem Himmel zu“

Ulrika Nisch, Aquarell von P. Notker Hiegl OSB
Ulrika Nisch, Aquarell von P. Notker Hiegl OSB
Ihr Dasein als franziskanische Ordensschwester fand zwischen Kirche und Küche statt. Begonnen hat das Leben der Ulrika unter ihrem Taufnamen Franziska am 18. September 1882 in Mittelbiberach. Eine mühsame und entbehrungsreiche Kindheit folgte. Während einer Anstellung als Dienstmagd in Rorschach erkrankt sie schwer und wird von den Ingenbohler Kreuzschwestern versorgt. Diese Begegnung führt zu ihrem Entschluss, selbst in das Provinzhaus in Hegne einzutreten, wo sie den Ordensnamen Ulrika erhält. Von Hegne aus wurde sie in Gemeinschaftshäusern im oberen Rheintal in der Küche eingesetzt. Es gibt entsprechend ihrer Bestimmung keine besonderen Taten zu berichten. Demut und Hingabe an den Nächsten bestimmten ihren Alltag. Darüber hinaus hat sie Engels- und Heiligenvisionen. Auf Anhalten ihres Beichtvaters hält sie diese Erlebnisse in Tagebüchern fest. Das schützte sie jedoch weder vor Zweifeln und Anfechtungen noch vor Krankheit und einem frühen Tod, der sie 31jährig nach einer unheilbaren Tuberkulose am 8. Mai 1913 ereilte.

Wallfahrer am Schrein der Seligen Ulrika
Wallfahrer am Schrein der Seligen Ulrika
In den Ruf der Heiligkeit kam sie durch ihre Lebensweise und die Gebetserhörungen vieler Wallfahrer, denen nach der Bitte um Fürsprache durch Schwester Ulrika konkrete Hilfe zuteil wurde. Nach wie vor besuchen täglich Menschen den Schrein der Seligen in der Krypta des Klosters Hegne. Die Gläubigen schöpfen Mut und Kraft aus dem Vorbild der Ulrika, die getreu ihrem Motto für die Nächsten lebte: „Kein Maß kennt die Liebe, und wir wollen nur in der Liebe und für die Liebe alles leiden und arbeiten.“