Ein Gnadentag für Gnadenweiler
Viktor Josef Dammertz
Gottfried Bisely, der Stifter des Grundstückes (Mitte)
Die Grundsteinlegung 
Der emeritierte Bischof der Diözese Augsburg, Viktor Josef Dammertz, weihte am 9. Juni 2007 das Marienheiligtum auf dem Gnadenweiler. Durch dieses Ereignis wurde der Festtag “Maria Gratia - Mutter der Gnade” zum Kirchweihfest, das zukünftig immer am Sonntag nach dem 9. Juni gefeiert wird. Als er in seiner Predigt darauf hinwies, dass “Europa seine christliche Seele wieder entdecken müsse”, fand ein nicht unüblicher Prozess seinen vorläufigen Höhepunkt. Inspiration, Ideen, Konzepte und Entwürfe gingen dem zukünftigen Auftrag ebenso voraus wie die Korrespondenzen, Verfahren, Planungen, die Gründung eines Fördervereins, die Bauphase und viele andere notwendige Dinge, welche die Umsetzung eines ambitionierten Projektes begleiten.
Eine alte Geschichte wird zum Neubeginn
Der würdige Erfolg, den die Initiative des Ortspfarrers Pater Notker Hiegl OSB nach sich zog, hat eine lange Vorgeschichte. Bereits 1870 billigte der damalige Erzbischof von Freiburg, Lothar Kübel, dass “der Bürger Mathias Biselli eine kleine Kapelle in Gnadenweiler zu Ehren der Hl. Jungfrau Maria auf seine Kosten erbaue”. Allerdings kam das Vorhaben nicht zur Ausführung.
Ein zweiter Versuch folgte 1916 mit der Gründung des Kapellenfonds Gnadenweiler. Doch die allseitigen Belastungen der Kriegsjahre und die damit einhergehende Armut führten zu Streitigkeiten, an dessen Ende 1919 die erzbischöfliche Verfügung stand, wonach die gestifteten “Grundstücke dem Biselly wieder, wenn nötig auch völlig unentgeltlich zurückgegeben werden.”
Segen und Gebete
Es mussten weitere 90 Jahre vergehen, ehe erneut ein Gandenweiler Bürger, Gottfried Bisely, das Grundstück stiftete. Am 3.11.2006 konnte die Grundsteinlegung erfolgen. Am Heiligabend 2006 segnete S. Em. Walter Kardinal Kasper, Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen die Muttergottes-Statue. Das Projekt wurde von Beginn an seiner Bestimmung zum Gebet verbunden, was seit der Maiandacht auf der Baustelle am 6. Mai und in zahlreichen anderen Gottesdiensten seinen Ausdruck fand.
